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Der Pass des Engen Tals

Der Pass des engen Tals (DE-05-2445c) ist ein unauffälliger Pass, der von seinen berühmteren Nachbarn in den Schatten gestellt wird: Im Westen liegt der Col des Rochilles (DE-05-2496) und im Osten der Col du Fréjus (DE-73-2540 oder IT-TO-2540). Dieser Pass ist jedoch einer der ältesten traditionellen Übergänge zwischen der Maurienne (Modane) und dem Piemont (Bardonèche) am Fuße des wunderschönen Berges Thabor (3178m).

Der Engpass des Engen Tals wurde in den 30-40er Jahren des 20.sten Jahrhundert in die «Maginot-Linie» der Alpen aufgenommen wurde, war er damals ein Grenzpass. Seit dem französisch-italienischen Abkommen von 1947 wurde die Grenze bis einige Kilometer vor Melezet verschoben, wodurch das Vallée Étroite zu Frankreich gehörte. In Ermangelung von Soldaten wird der Pass nun von vielen Wanderern auf dem GR5 begangen. Der Col de la Vallée Étroite kann auf beiden Seiten bestiegen werden.

Hier ein Blick auf seine Südseite. Abfahrt von Melezet über eine schöne Straße, die eine erste Rampe hinaufsteigt, um die kleine Ebene von Pian de Colle zu erreichen. Auf der rechten Seite entwickeln sich im Hang die Serpentinen des Col de l'Échelle (DE-05-1762), über die man ins Clarée-Tal nach Névache gelangt. Nach dem (symbolischen) Grenzübertritt führt eine zweite strenge Rampe an einem kleinen Staudamm vorbei. Fünf Serpentinen weiter oben weicht der Asphalt einer breiten Piste R1, die schließlich in die Plaine de Vauzenet mündet. Dies wird während des gesamten Aufstiegs so bleiben, er erfolgt in aufeinanderfolgenden Stufen wie eine riesige Treppe.

Das Tal ist wunderschön. Die Kenner werden es als ein typisches Gletschertal mit senkrechten Wänden und mächtigen Geröllhalden an den Füßen sehen. Überall stehen Lärchen, die auf ein trockenes und sonniges Klima hindeuten, und um das Ganze noch zu verschönern, fließt der glasklare Bach, dem der Weg meist folgt. Nach einer Schäferei (Höhe 1711 m) wird der Weg wieder asphaltiert und vier Serpentinen später erreichen Sie die «Granges de La vallée Étroite», den Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen. Hier gibt es gemütliche Hütten und man kann sich für die nächsten Schritte stärken... Gehen Sie nicht auf den Weg, der zwischen den Häusern beginnt, sondern umgehen Sie den Weiler auf dem Hang zu Ihrer Linken (Markierung GR5). Der Weg ist bis zur Pont de la Fonderie (am Fuße alter Minen) immer noch sehr gut mit dem Fahrrad befahrbar. Achtung, diese Brücke ist nicht diejenige, die rechts sehr gut sichtbar ist (Höhe 1697 m), sie versteckt sich weiter oben unter den Lärchen (folgen Sie gut der Markierung). Hier beginnt der anspruchsvollste Abschnitt des Aufstiegs (siehe 1 auf der beigefügten Karte).

Von nun an folgt man nur noch einem Pfad. Er beginnt mit einem S3-Schub auf ca. 250 m, folgt einem S2-Schub und muss dann einen ziemlich steilen Gletscherriegel überwinden: S3-4 auf 500 m. Aber was für eine Aussicht auf dem Gipfel! Die Gletschererosion hat hier schöne, typisch gemahlene Felsen hinterlassen. Der Weg wird zum Teil wieder zum Radweg und steigt im Vallon und der Plaine de Tavernette sanft an, wo sich der Wildbach schlängelt, während links der Berg Thabor wacht. Die Natur ist wild und die Szenerie grandios. Aber diese Glückseligkeit stößt schnell auf die zweite Schwierigkeit des Aufstiegs (siehe 2 auf der beigefügten Karte). Man muss einen letzten Riegel auf einem mit Blöcken verstopften Pfad überwinden (S3-4 auf ca. 500 m), aber puh! Das Gröbste ist geschafft und man erreicht den Pass (2445m) recht schnell und ohne große Schwierigkeiten (S1, S2). Die Landschaft auf dem Gipfel ist wunderschön und sehr wild. Im Westen sieht man die Mont Thabor Hütte und wenn man in ihre Richtung geht, erreicht man in fünf Minuten die Passage Sainte-Marguerite, die mit einem Kreuz markiert ist.

Die Abfahrt auf der anderen Seite des Col de la Vallée Étroite erfolgt mit 90% auf dem Fahrrad. Wenn Sie einen Pfad S1-2 nach rechts nehmen, kommen Sie oberhalb des Col de la Replanette (DE-73-2338) und von diesem Pass aus durch die Alm (HS1) trifft man auf eine Piste R1-2 und dann R1 bei der Hütte Replanette. Nun beginnt eine prächtige Abfahrt zur Station Charmaix, wo man wieder auf Asphalt trifft und Modane am Ende des Maurienne-Tals erreicht (1400 m Höhenunterschied seit dem Col de la Vallée Étroite!).

Col de la Vallée Étroite: Nordhang. Der S2 Pfad ist gut sichtbar.
Foto vom Pfad S1-2 aus, der zum Col de la Replanette führt
Blick vom Pfad auf dem Col de la Replanette aus in Richtung Norden.
Das Chalet de la Replanette ist sichtbar

Text und Fotos René Poty